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Gemeindeglieder versammeln sich unter dem Kreuz um für Flüchtlinge zu beten

Gemeindeglieder versammeln sich unter dem Kreuz um für Flüchtlinge zu beten

Menschen lassen sich genauso wenig von herausragender Schönheit bewegen, wie sie sich von den schrecklichen Grausamkeiten in unserer Welt bewegen lassen. Stattdessen bewegt uns Menschen der Gleichschritt des Alltags. Das wird immer wieder dann deutlich, wenn schreckliche Dinge passieren. Wieder einmal werden wir von Bildern und Nachrichten aus vielen Teilen der Welt übereilt: Menschen werden auf grausamste Weise niedergemetzelt. Terroristen scheuen sich nicht einmal davor, Kinder hinzurichten. Und neben dem eigentlichen Schauplatz des Bösen gibt es Millionen, die plötzlich und unvorbereitet alles aufgeben mussten: Hab und Gut, Familien, Arbeitsplatz und alles, was zur Identität eines Menschen gehört, werden geopfert, um mit dem nackten Leben davon zu kommen.
Und es kommt noch schlimmer: Die sogenannten „sicheren Länder“ halten ihre Grenzen geschlossen. Der Weg in die Freiheit bleibt für die Flüchtlinge meist ein unerreichbarer Traum. Auch Europa ist für sie eine geschlossene Festung geworden. Seit dem Jahre 2000 sind an den Rändern Europas 23 000 Menschen gestorben, weil sie diese Festung nicht erreichen konnten. Wir können also hier in Europa nicht einfach so tun, als würden diese schrecklichen Dinge nie passieren! Weil wir uns fein sauber heraushalten.

Die schrecklichen Dinge sind aber nicht nur in weiter Ferne. Dadurch, dass Menschen aus diesen Regionen es dennoch zu uns geschafft haben, werden wir mit ihrer Welt konfrontiert. Und das ist gut so! Manchmal sind solche Menschen bei uns sogar Gemeindeglieder geworden. „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit.“ (1 Kor.12,26). So sind uns die Geschehnisse nahe gekommen. Lösungen zu den Problemen in der Welt haben wir dennoch nicht. Wir können aber unsere ganze Ohnmacht im Gebet aussprechen. Dazu auch Menschen, die selbst fliehen mussten, zur Sprache kommen lassen. Im Rahmen der Interkulturellen Wochen in Leipzig haben wir das getan. (www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/auslaender-und-migranten/migration-und-integration/interkulturelles-leipzig/interkulturelle-wochen/) Gäste und Gemeindeglieder trafen sich in der St. Lukas Kirche in Volkmarsdorf am Freitag, den 26. September. Sie wollten innehalten und über die jüngsten Ereignisse in unserer Welt nachdenken. Vor allen Dingen aber wollten sie beten und die Not des anderen nachempfinden. Unsere Gemeindeglieder konnten davon berichten, wie es ihnen auf der Flucht ging und darüber hinaus, wie es ihnen heute in Deutschland geht. Eine Präsentation über die Situation der Flüchtlinge weltweit wurde mit einigen Erinnerungen und mit einem persischen Gedicht beleuchtet. Der persische Dichter Ahmad Schamelo schreibt u. A.: „HEIMAT IST, WO ICH AKZEPTIERT WERDE“.

Die meisten Flüchtlinge auf der Welt bleiben in ihrer geographischen Heimat, aber sie werden an ihren Heimatorten nicht mehr toleriert, sodass sie fliehen müssen. Weil der Weg in die Freiheit (ins Ausland) nicht möglich ist, bleiben sie heimatlos in ihrem eigenen Land. Einige Gemeindeglieder unter uns haben den weiten Weg in die Freiheit dennoch geschafft. Sie sind eine seltene Ausnahme. Aber auch, wenn man es bis nach Deutschland geschafft hat, ist der Weg immer noch nicht zu Ende. Denn auch in Deutschland fällt es schwer, Menschen zu finden, von denen man akzeptiert wird. Zunächst ist ja die Sprache eine große Herausforderung für jeden Migranten. Aber selbst dann, wenn die Sprachbarriere überwunden wurde, bleibt es ein sehr langer Weg, bevor man sich heimisch fühlt.

Grafikclip 2Wir Christen spüren eine natürliche Verwandtschaft zu solchen fremden Menschen. Sind wir nicht selber Fremdlinge und Pilger, die hier keine bleibende Stadt haben? (Hebr.13,14). Aber auch an anderen Stellen zeigt die Bibel diese Verwandtschaft zu Flüchtlingen an. Die Bibel liest sich nämlich regelrecht wie ein Buch der Flüchtlinge. Von den ersten Seiten an sind fast alle Glaubensväter Flüchtlinge gewesen. Jesus selbst musste mit seinen Eltern nach Ägypten fliehen, um den mörderischen Banden des Herodes zu entkommen. Deshalb können Christen jeden Flüchtling aus unserer Zeit gut verstehen. Aber noch wichtiger ist, dass Jesus sich selbst mit dem Fremden identifiziert: „Ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt.“ (Mt 25, 31 ff).

Ein beleuchtetes Haus auf einer Weltkarte, soll einladend zwigen, dass es doch eine Heimat für den Flüchtling gibt

Ein beleuchtetes Haus auf einer Weltkarte, soll einladend zwigen, dass es doch eine Heimat für den Flüchtling gibt

Das lebhafte Gespräch in der Runde wurde zum Schluss des Abends mit einem Lichtergebet beschlossen. Unsere Kinder aus der „Brücke“ hatten zuvor kleine Häuser mit einem Teelicht gebastelt. Diese Häuser wurden dann im Gedenken an die vielen Flüchtlinge in unserer Welt auf einer großen Weltkarte gelegt.Viele beteiligten sich an dem offene Gebet. Danach durften sich alle mit einer Kürbissuppe aus der „Brücke“ stärken.

Missionar Hugo Gevers

In Bermudashorts ab in den Urlaub / im Bermuda-Dreieck verschollen?

Heute sind die sächsischen Schulferien zu Ende gegangen. Dabei geht es uns (Vikar Thomas Beneke und mir, Missionar Hugo Gevers) sicher wie vielen Eltern, die mit einem Seufzer gleichzeitig sagen: „Ach war das anstrengend!“…. “Ach war das schön!” Uns bewegen viele Eindrücke. Dabei ist Urlaub für unsere Kinder in Volkmarsdorf so ganz anders als bei vielen anderen

Natürlich ist der Kürbis zum Essen da

Natürlich ist der Kürbis zum Essen da !

Familien. Wo viele Familien sich die Schulferien mit Bermudashorts auf weißen Stränden vorstellen, müssen sich unsere Kinder mit dem Bermuda-Dreieck aus Fernseher, Computer und Langeweile, begnügen. Deshalb haben wir in der „Brücke“ schon seit 2012 gesagt, dass wir besonders in den Schulferien gefordert sind, die Kinder aus die-sem schwarzen Loch herauszuholen. Dazu braucht man natürlich ein reichhaltiges Fe-rienprogram! Ja, in Sachsen kann man auch Urlaub machen. (Besucht uns doch mal!).

Meistens begann unser Urlaubsprogramm mit einem späten Frühstück und Sportan-gebot (besonders Unihok). Außerdem gab es viele zusätzliche Angebote, wie Basteln, Marmelade kochen und gigantische Kürbis ernten, die natürlich auch gegessen werden wollten! Wichtig war uns, Zeit miteinander und dafür weniger Zeit im schwarzen Loch zu verbringen. Vor allem in den letzten zwei Wochen der Ferien haben wir fast alle anderen Programme und Termine ausfallen lassen und haben Zeit freigemacht, um für 10 bis 20 Kinder aus unserem Umfeld in Leipzig Volkmarsdorf da zu sein.

In der zweitletzten Ferienwoche fuhren wir in Kooperation mit unseren direkten Nachbarn und Freunden „Kreativstube Leipzig“ (naomi-leipzig.de/kreativstube/kreakids) auf eine Kinderfreizeit. Die Zeit mit 12 anderen Mitarbeitern und 19 Kindern war einfach sehr schön! Weil wir so viele Mitarbeiter dabei waren, konnten wir mit großer Gelassenheit für jedes einzelne Kind da sein. Die Freizeitangebote auf offenem Gelände waren sehr gut vorbereitet und haben Kind und Erwachsene ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt.

In der letzten Ferienwoche haben Vikar Thomas Beneke und ich Tagesprogramme von der „Brücke“ aus organisiert. Ein Tag auf unserem Kirchgründstück mit Schwimmen im benachbarten Schwimmbad und ein Tag beim „Comic Workshop“ in einem Kindermuseum war besonders schön. Bei der letztgenannten Aktion ging es darum, die Kinder durch das Erzählen einer Geschichte zu ermutigen, über ihre Gefühle nachzudenken und dieselben in Comicform zum Ausdruck zu bringen. Für mich war diese Aktion besonders aufschlussreich. Wieder einmal ist mir klar geworden, dass die meisten Kinder, die ein rotzfreches, unerzogenes Äußeres darstellen, eine ganz kleine gebrochene Seele im Inneren haben! Sie hatten große Probleme damit und Angst davor, selbst ihre Geschichte zu gestalten und damit ihre Gefühle der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Unsere Ausflüge gingen nicht ohne Stress von statten. Viele Konflikte mussten verarbeitet werden und Tränen blieben nicht aus. Aber das ist gut so. Denn das sprichwörtliche Bermudadreieck ist tatsächlich, nur ein schwarzes Loch, das eigene, ehrliche Gefühle nicht zulässt! In diesem Loch können die Kinder niemals zu sich selbst finden und reagieren in Abwehr mit Aggression und Zynismus.

Vikar Thomas Benke übt mit Ton und Kreuz unterwegs zu sein

Vikar Thomas Benke übt mit Ton und Kreuz unterwegs zu sein

Wenn sie dort nicht wieder herausfinden, werden sie so oft einfach von der Gesellschaft an den Rand geschoben und von den Gesetzmäßigkeiten unseres Lebens zermalmt.

Das muss nicht sein. Das darf auch nicht sein! Gott will es nicht, dass auch nur ein einziger Mensch in so ein schwarzes Loch verschwindet! Wir wollen und können nicht tatenlos zuschauen, wie das passiert, was unsere Welt mit ihren Automatis-men vordiktiert. Und deshalb kann so etwas nicht ohne die Liebe Gottes gehen, die durch Jesus Christus unsere Kinder erreicht.

Die Kinder bastelten ein wunderschönes Kreuz aus Ton, das auf Jesus und was er für uns getan hat hinweisen soll.

David und Goliath

David und Goliath

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Das Ergebnis der ganzen Bastelei

Zum Abschluss der Ferien sollte das alles in einem Gottesdienst zum Anfang des Schuljahres zur Sprache kommen. Für diese Gelegen-heit probten wir mit den Kindern ein Schattenspiel mit dem Thema „David und Goliath“ ein.

Das Thema eignete sich hervorragend, um zu zeigen, dass nicht immer der Stärkste, Größte, oder Klügste gewinnt! Es kommt auf Gottes Hilfe an.  Im Gottesdienst haben die Kinder all das anschaulich erklärt bekommen und haben es durch ihr Schattenspiel auch selbst erklärt. Das von den Kinder gebastelte Kreuz kam jetzt zum Einsatz. Einige wirkten sogar beim Kirchengebet mit und empfingen natürlich auch den Segen unseres Herrn Jesus Christus.

Manchmal ist mir das Herz im Hals stecken geblieben, als das eine oder andere Kind anfing herum zu toben, oder den Ablauf des Gottesdienstes laut kommentierte! Werden die alten Erwachsenen dieses Stören aushalten? Gibt es vielleicht später richtig Ärger? Ja, die Kinder waren laut. Um es ganz ehrlich zu sagen, sicherlich war ihr Benehmen auch eine richtige Anfechtung für manches Gemeindeglied! Das darf man auch nicht einfach leichtfertig abtun. Vor allen Dingen, weil es uns von Christus ablenken kann. Dann habe ich mich selber aber an die Nase fassen müssen. Wie war es doch noch damals, als Jesus Maria und Martha besucht hat? Maria saß zu den Füßen unseres Herrn Jesus und Martha hat sich über alles Mögliche Sorgen gemacht. Wie ich, ich habe mir umsonst Sorgen gemacht. Die Kinder waren doch zu den Füßen unseres Herrn Jesus. „Eines ist Not“ (Lukas 10,42) hat unser Herr Jesus dann zu Martha gesagt. Ja,

Vikar Beneke redet über das Kreuz

Vikar Beneke redet über das Kreuz

Maria hatte das Wichtigste begriffen und hat ihren Platz zu Jesu Füßen gefunden. Das haben ja unsere Kinder auch getan! Sie haben während des Einzugs das Kreuz mit großer Andacht in die Kirche getragen. Und sonst… Ja, sie waren halt ganz normale Kinder. Ich bin mir sicher, dass die Kinder zu Jesu Zeit auch laut getobt haben und die Erwachsenen gestört haben. Deshalb wollten die Jünger sie ja auch wegtreiben. Unser Herr Jesus hat ja dann die bekannten Worte gesagt: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Lukas 18,3) Ja, mit meinen 52 Jahren habe ich immer noch eine Menge von unserem Herrn Jesus zu lernen. Aber, anders als man es denkt, werde ich nicht immer klüger und klüger, sondern wenn es nach dem Herrn Jesus und seinen Kindern geht, werde ich immer einfältiger und einfältiger. Und das ist gut so.

Missionar Hugo Gevers

 

Bleckmar: Dachschaden wird behoben!

Auch beim Dachdecken ist es sinnvoll, gut "vernetzt" zu sein.

Auch beim Dachdecken hat es Sinn, gut “vernetzt” zu sein.

20140724-IMG_0877 (Medium)Hammerschläge sind zu hören: Letzte Woche wurde das Gerüst aufgebaut, seit dieser Woche sind die Arbeiten am Dach des Gästetraktes in vollem Gange. Auf der Parkplatz-Seite sind die alten Betonziegel und die maroden Latten schon entsorgt. Neue Latten werden angebracht.

Wie schon am 11. Juni berichtet, brachte die Fassadenerneuerung die Erkenntnis, dass auch das Dach dringend neu eingedeckt werden muss. Zerbröselnde Betonziegel und Dachlatten lassen der LKM keine andere Wahl.

Die Baumaßnahme ist auf 25.000 Euro veranschlagt, die aus Spenden aufgebracht werden müssen. Auf den Aufruf vom Juni hin sind bis jetzt etwa 9.500 Euro eingegangen. Gerne wiederholen wir hier, wie man “Bleckmarer Dach-Pate” wird:
“Wie können Sie mitmachen? Ganz einfach: Ein Quadratmeter Dachfläche kostet rund 100 Euro. Pro Quadratmeter werden etwa 15 Dachziegel benötigt. Die Fläche eines Dachziegels kostet also etwa 6,70 Euro. Werden Sie unser Dach-Pate und übernehmen Sie die Finanzierung von einem oder mehreren der 252 m² Dachfläche oder der 3.780 Dachziegel!

Unter dem Stichwort “Bleckmarer Dach” können Sie auf unser Konto spenden (siehe unten), oder Sie nutzen die Spendenfunktion auf unserer Startseite http://www.mission-bleckmar.de
Wenn das Dach vollendet ist, laden wir alle Paten ein zum „Dach-Empfang“! (unter dem Dach …)”

mb

 

Spendenkonto der LKM: 

Volksbank Südheide e. G. (BLZ 257 916 35), Konto 100 423 900 / BIC: GENODEF1HMN; IBAN: DE09 2579 1635 0100 4239 00

Wachstum in Afrika – Rückgang in Europa: Robert Kolb hält Vortrag in Berlin zur “Kontinentalverschiebung des Glaubens”

 

Kolb_Sanneh“Die Lutherische Kirchenmission lädt am Mittwoch, 16. Juli 2014, um 18.30 Uhr zu einem Vortrag von Prof. em. Dr. Robert Kolb (St. Louis – USA) in das Gemeindezentrum der Evangelisch-Lutherischen St. Mariengemeinde in die Riemeisterstraße 10–12, 14169 Berlin, ein. Prof. Kolb, emeritierter Professor am theologischen Seminar St. Louis der Lutheran Church – Missouri Synod und Gastdozent an der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel/Taunus wird der Frage nachgehen, warum in Europa das Christentum zunehmend weniger wird. Die Zahl der Gottesdienstbesucher geht zurück. Kirchengemeinden werden zu größeren Pfarrbezirken zusammengelegt. Kirchenaustritte nehmen zu. Diese Beobachtungen sind konfessionsübergreifend feststellbar. Umgekehrt erlebt das Christentum auf anderen Kontinenten, wie in Afrika, Südamerika und Teilen Asiens einen Anstieg. Lebten 1910 rund 66 % der Christen in Europa, sind es heute lediglich noch 26 %. Kolb setzt sich in seinem Vortrag mit dem in Gambia geborenen römisch-katholischen Theologen Lamin Sanneh auseinander und wird auch über seine Begegnungen mit ihm sowie dessen Mitarbeiter John Loum berichten.” (Aus dem Pfarrbrief der St. Mariengemeinde der SELK in Berlin-Zehlendorf.)

Die deutsche Fassung des Buches Kontinentalverschiebung des Glaubens von Lamin Sanneh entstand auch unter Beteiligung von Pfarrer Dr. Daniel Schmitdt und Pfarrer Martin Benhöfer aus dem Bereich der LKM. Es wird am Vortragsabend an einem Bücherstand des Verlages Edition Ruprecht zu kaufen sein.

Bleckmar hat einen Dachschaden! Wer hilft mit, ihn zu beheben?

Dachschaden-Hilfelkm, 11.6.2014 – Zugegeben: Manche ungewöhnlichen Pläne, die die LKM in ihrer Geschichte gemacht hat, wurden von Zeitgenossen als Folge eines “Dachschadens” angesehen;). Doch in diesem Fall geht es tatsächlich um Ziegel und Latten am Missionshaus in Bleckmar:

Bei der Fassadenerneuerung nahmen die Zimmerleute am Giebel des Gästetraktes einige Dachziegel auf. Was zum Vorschein kam, war nicht erfreulich: Die Dachlatten sind an den Enden in Auflösung begriffen, und wenn man vom Gerüst über die Dachfläche peilt, sieht man, dass es an einer Stelle durchhängt. Das Dach mit seiner geringen Neigung hat nach über 40 Jahren die beste Zeit hinter sich. Die Betonziegel sind verwittert, Moos und „Flug-Dreck“ saugen Feuchtigkeit an und lassen sie durchsickern. Man könnte das Dach zwar an den akut beschädigten Stellen noch flicken, doch wären über kurz oder lang die nächsten Reparaturen fällig.
Die Missionsleitung ist einhellig der Meinung, dass man Spendengelder statt in Flickarbeiten besser gleich in ein neues Dach stecken sollte. Kosten für die 252 m² Dachfläche: etwa 25.000 Euro. Dafür ist die LKM allerdings auf die Unterstützung ihrer Freunde angewiesen, also auf SIE.

Dach-Paten gesucht

Wie können Sie mitmachen? Ganz einfach: Ein Quadratmeter Dachfläche kostet rund 100 Euro. Pro Quadratmeter werden etwa 15 Dachziegel benötigt. Die Fläche eines Dachziegels kostet also etwa 6,70 Euro. Werden Sie unser Dach-Pate und übernehmen Sie die Finanzierung von einem oder mehreren der 252 m² Dachfläche oder der 3.780 Dachziegel!

Unter dem Stichwort “Bleckmarer Dach” können Sie auf unser Konto spenden (siehe unten), oder Sie nutzen die Spendenfunktion auf unserer Startseite http://www.mission-bleckmar.de
Wenn das Dach vollendet ist, laden wir alle Paten ein zum „Dach-Empfang“! (unter dem Dach …)

mb

Spendenkonto der LKM: Volksbank Südheide e. G. (BLZ 257 916 35), Konto 100 423 900 / BIC: GENODEF1HMN; IBAN: DE09 2579 1635 0100 4239 00

Die Reise beginnt

Zusammen mit dem Umzugsgepäck unseres neuen Missionars an der Universität Pretoria, Jacob Corzine, geht eine komplette “Altarausstattung” auf die Reise nach Südafrika.

Kiste mit Kruzifix

ganz links, die Kiste mit den Altargerätschaften für Umlazi

Ein Kruzifix, 2 Kerzenständer, Paramente, Taufschale und Abendmahlsgeräte aus der Gemeinde Hameln werden so in Zukunft die Gottesdienste in der Gemeinde Umlazi verschönen.

RZ

 

Neue Bretter, neuer Durchblick: Fassadenrenovierung am Missionshaus

Die Bausteinsammlung der SELK 2013 macht`s möglich: Am Mittwoch, dem 19. März rollten am Missionshaus die Lieferwagen eines Zimmereibetriebes und einer Fenster-Firma an. Während schon die alten Fenster im Gästeappartement ausgewechselt wurden, bauten die Zimmerleute ihr Gerüst vor der Fassade des Gästetraktes auf und begannen, die maroden Bretter der Fassadenverkleidung abzureißen.
In den nächsten Tagen sollen dort alle Fenster ersetzt und zugleich eine neue Verkleidung mit besserer Wärmedämmung angebaut werden. “Die Leute denken immer, dass die Fenster nicht geputzt wären, dabei sind sie nur blind”, beschrieb Hauswirtschafts-Chefin Heike Alms schon vor einiger Zeit die Lage, da die Fenster aus den 80er Jahren längst ihr Haltbarkeitsdatum überschritten hatten und der Austausch einzelner Scheiben nicht wirtschaftlich war. In einem Fall war sogar eine Scheibe gerissen. Nun also gibt es neue Fenster, die sowohl die Mitarbeiterinnen im Haus erfreuen als auch den Gästen wieder ungetrübten “Durchblick” verschaffen.
Die Baumaßnahme wurde möglich, da die Selbständige Evangelisch-lutherische Kirche (SELK) die alljährliche stattfindende “Bausteinsammlung” für das Jahr 2013 der LKM zugesprochen hatte. Die Fassadenrenovierung am Gästetrakt ist mit 25.000 Euro veranschlagt. Je nach Ertrag der Bausteinsammlung, der vermutlich erst im kommenden Jahr feststehen wird, sollen auch die Kapelle und der Küchentrakt eine Wärmedämmung erhalten. mb

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„Beinarbeit“ für die Mission – Missionskollegium der Lutherischen Kirchemission (LKM) tagte in Bleckmar

Zur „Beinarbeit“ – um die „Beine der Kirche fit zu halten“ ermunterte Sitzungspräses Hermann Borchers (Farven) die Mitglieder des Missionskollegiums, das am 12. und 13. März in Bergen-Bleckmar (Kreis Celle) seine Jahrestagung hielt. Borchers benannte es in seiner Begrüßung als wichtige Aufgabe, mit dieser „Beinarbeit“ die Anliegen der Mission in die Gemeinden hineinzutragen und die Mission im Gebet mitzutragen. Er betonte, dass gerade ein Wunder geschähe: Menschen aus dem Orient kämen in Deutschland zum Glauben – und auch immer wieder Menschen in Afrika.

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Missionsdirektor Zieger (l) und Sitzungspräses Hermann Borchers (vorn)

Missionsdirektor Roger Zieger nahm die Anwesenden in seinem Jahresbericht mit auf eine Reise durch die gesamten derzeitigen Aufgabenfelder der LKM und schloss mit drei Fragen, aus denen er Denkanstöße ableitete:

„1. Wie geht unsere Mission, wie unsere Kirche mit „Wachstumschancen“ um? – An mindestens drei Stellen erleben wir seit einiger Zeit ein explosionsartiges Wachstum unserer Arbeit unter Migranten. Die Missionare und Pastoren, die Gemeindeglieder sind nun mit Lebensgeschichten, Zukunftsperspektiven und Erwartungen konfrontiert, die manchmal schwer zu verarbeiten sind. Was ist machbar? Was wollen wir? Was ist unsere Mission? Die Arbeit mit Migranten ist eine Wachstumschance, keine Frage, aber was ist Wachstum? Sicher ist, dass Wachstum sich nicht auf die Gemeindestatistik beschränkt. Deutlich ist auch, dass unsere Mission, unsere Kirche und Gemeinden sehen müssen, für welche Aufgaben Gott sie zugerüstet hat.

2. Wo ist unser Platz in der Mission Gottes? Ist es nicht interessant, dass Migranten, junge, gut gebildete Menschen, eine Heimat in unseren doch eher traditionellen Gottesdiensten finden, die von manchen genetischen Lutheranern als Verstaubt gesehen werden? Ist es nicht paradox, dass wir mit soviel „Erfolg“ in Bereichen wie Asylrecht und Betreuung von Jugendlichen aus dem “Präkariat” arbeiten, für die wir eigentlich nicht ausgebildet sind, dass wir hier die Chance bekommen Christus in Wort und Tat zu bezeugen? Seltsam vielleicht, aber der Platz an den Gott uns gestellt hat. [ ... ] Wo ist unser Platz? Überall, wo Gott zu den Menschen kommen will: In Deutschland, in Afrika, überall.

3. Woher kommen die Mittel ihn einzunehmen? – Von Gott. Er hat uns an diesem Platz gestellt, er gibt uns die Mittel die wir brauchen: Menschen, Ideen, Mittel.“

(Der vollständige Bericht kann bei der LKM (05051-986911 / lkm[at]selk.de) angefordert werden.)Bild

Bischof Voigt (l) und andere interessierte Zuhörer

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Missionar Christoph Weber

Christoph Weber, Missionar und Repräsentant der LKM in Südafrika,a berichtete aus seiner Arbeit und präsentierte dem Missionskollegium eine Arbeit im Wandel. Durch Flüchtlings- und Wanderungsbewegungen innerhalb Afrikas seien nicht nur die traditionellen Volksgruppen Südafrikas im Fokus der Mission und der kirchlichen Zusammenarbeit, sondern beispielsweise auch Kongolesen und Äthiopier. Etwa 25.000 Angehörige der äthiopischen lutherischen Mekane-Yesus-Kirche lebten in Südafrika, die von einem Missionar aus Äthiopien gesammelt und in eine Assoziation zur Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA) geführt werden sollten. Zur Zeit habe Weber sogar – ungewohnterweise – einen Vikar aus Liberia, der besser Französisch als Zulu spreche.

Das Missionskollegium beschloss zwei Anträge, nach denen der Missionsdirektor wieder Sitz und Stimme sowohl im Kollegium der Superintendenten als auch auf der Kirchensynode erhalten solle.

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Gottesdienst

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oben: Festgottesdienst in der Kapelle, Missionsdirektor Zieger predigte; unten: Vortrag von Missionar Christian Tiedemann

Nach einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle des Missionshauses berichtete Missionar Christian Tiedemann am Abend von seiner Arbeit in der englischsprachigen Gemeinde „Our Saviour“ („Unser Retter“) in Wartburg (Südafrika), in der er seit 2008 tätig ist. Nach dem Ende seines Dienstes für die LKM zum 31.12.2014 plant die deutschsprachige „Muttergemeinde“ Kirchdorf, diese Arbeit mit einem noch zu berufenden zweiten Gemeindepfarrer fortzusetzen.

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Rechnungsführer Helmut Meyer stellte Bilanz und Haushaltsplan vor

Der zweite Sitzungstag stand im Zeichen der Bilanz 2013 und des Haushaltsplans 2014. Rechnungsführer Helmut Meyer stellte beide Zahlenwerke vor, die beide jeweils etwa 1,25 Millionen Euro auswiesen. Durch die Güte Gottes konnte der Haushalt des vergangenen Jahres mit einem leichten Überschuss von 2.000 Euro abeschlossen werden. Dafür musste sogar weniger aus dem Pensionsfonds entnommen werden als ursprünglich geplant. Meyer wies darauf hin, dass der Haushaltsplan 2014 nur zu erfüllen sei, wenn wieder ausreichend „Allgemeine Gaben“ eingingen. Deren Höhe schwankte aber in den vergangenen Jahren um bis zu 70.000 Euro pro Jahr, so dass eine präzise Planung schwierig sei.

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Superintendent Michael Voigt leitete die Sitzung am zweiten Tag.

Das Missionskollegium, das in der Regel einmal jährlich tagt, ist die Vereinsversammlung der LKM. Zu ihm gehören der Bischof der SELK, die Mitglieder der Missionsleitung (der Vorstand) sowie die Missionsbeauftragten und die Superintendenten der Kirchenbezirke der SELK. mb

“Kontinentalverschiebung des Glaubens” – Diskussion auf der Leipziger Buchmesse

Header VeranstaltungIm Rahmen von »Leipzig liest« veranstaltet die Edition Ruprecht, Partnerverlag der Selbständigen-Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), eine Diskussion zwischen Freddy Dutz, Leiterin des Pressereferats des Evangelischen Missionswerks in Deutschland (EMW) und Markus Nietzke – bis 2010 Missionsdirektor der Lutherischen Kirchenmission (LKM), jetzt Pastor der Kleinen Kreuzgemeinde Hermannsburg und der St. Johanisgemeinde Bleckmar. Die Moderation hat Friederike Ursprung von Radio PSR (Privater Sächsischer Rundfunk). In der Diskussion geht es um die Frage, warum 1910 66 % der Christen in Europa lebten, heute aber nur noch 26 %. Diskutiert wird dies auch vor dem Hintergrund des jüngst erschienenen Buches »Kontinentalverschiebung des Glaubens« des amerikanischen Theologen Lamin Sanneh. Die Veranstaltung findet am 14. März um 11.30 Uhr auf der »Leseinsel Religion« (Halle 3, Stand A 200) statt. Herzliche Einladung!

Nelson Mandela – ein Kommentar von Christoph Weber

Alle Medien sind heute voll von Kommentaren zum Tod von Nelson Mandela. Ich kann mich so spontan nicht an einen Artikel über Nelson Mandela zu seinen Lebzeiten im Missionsblatt erinnern. Das hat sicher unterschiedliche Gründe, aber es stimmt auch, dass „Madiba“ in den letzten Jahren ein Held für viele geworden ist. Er gilt als positives Gegenbeispiel für den jetztigen Präsidenten von Südafrika.

Aber Mandela war nicht immer der Held, auch gerade nicht in unsern „weißen“ Kreisen. Noch 1994, als ich als Theologiestudent mein Gemeindepraktikum in Südafrika absolvierte, wurde mein Mentor (Praktikantspastor) zu einer Bibelstunde eingeladen, um über die ganz konkrete Frage zu reden: „Dürfen wir Mandela umbringen, wenn er zum Präsidenten gewählt wird?” Für viele Leser in Deutschland, wird das wie eine Frage aus einer anderen Welt erscheinen. In Südafrika waren dagegen viele mit einem Schreckgespenst und Feindbild des Kommunismus groß geworden. Nelson Mandela war für viele ein Kommunist und daher Feind Gottes und Terrorist.

Der Pastor in der Bibelstunde damals sprach über Römer 13 und wie jede Regierung von Gott sei. Und (das wundert vielleicht wiederum einige Leser in Deutschland), das war selbstverständlich eine verbindliche Ansage! Man akzeptierte sie – wenn auch mit dem Kommentar „schade!“.

Am Abend der Wahl Mandelas zum Staatspräsidenten am 27 April 1994 bin ich wieder nach Deutschland geflogen, um mein Studium fortzusetzten. Als ich 1999 wieder nach Südafrika züruckkehrte, hatte sich natürlich viel geändert. Es gibt viele Berichte und Bilder von wegweisenden Handlungen und Zeichen, die Mandela in den Jahren setzte – für viele weiße Südafrikaner war das Rugby Trikot mit der Nummer 6 von Francois Pienaar, das Mandela bei der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 anzog ein besonderes Highlight. Es gibt darüber den Spielfilm „Invictus“. Ich war damals in Göttingen und habe das Spiel gegen die Neuseeländern gesehen und miterlebt. Es war schon etwas Besonderes!

Als Beispiel wie sich die Wahrnehmung von Mandela nach 1994 geändert hat, erinnere ich mich an den Kommentar eines Schulkinds damals, das relativ aufgeregt zu Hause erzählte, wie unglaublich ungerecht es gewesen sei, dass Mandela so lange im Gefängnis habe sitzen müssen. Die Eltern jedoch sahen das anders. Sie waren noch dran gewohnt, Mandela als „Terroristen“ zu sehen. Unsere Kinder lernen heute in der Schule viele Mandela-Zitate und er hat den Respekt und die Achtung von fast allen Südafrikanern gewonnen und verdient, weil er nicht nur auf Versöhnung geachtet hat, sondern weil er auch drauf bedacht war, alle mit zunehmen auf den gemeinsamen Weg. Für manche in Mandelas Partei, dem ANC, ist das auch der größte Fehler Mandelas: Er habe nicht radikal genug die Forderungen nach Veränderungen durchgesetzt, meinen sie. Vielleicht haben auch viele Weiße die Kompromisse Mandelas falsch verstanden, wenn sie meinten, dass nach dem Ende der Apartheid im Grunde alles so weiterlaufen könnte wie vorher. Er hat uns Südafrikanern zugemutet, jeweils in der Situation, in der wir standen, uns für das Gemeinwohl einzusetzten. Die Freiheit, auf die er selbst so lange verzichten musste und die wir heute haben, sie stellt uns vor eine enorme Verantwortung, nämlich, dass wir uns für andere einsetzen müssen.

Mandela war eine herausragende Persönlichkeit, ein Politiker und Staatsman mit Format. In der Hinsicht wird er wohl auch eine Aussnahme bleiben. Ich bin dankbar für seine politische Führung und sein Vorbild, das eindeutig vielen Südafrikanern auch in schweren Zeiten eine Perspektive und Mut gegeben hat. Ja, ich bin dankbar, daß Gott im Sinne von Römer 13 ihn dem südafrikanischem Volk anvertraut hat. Dass solche politischen Fähigkeiten keine Selbstverständlichkeit sind, sieht man an vielen Politikern heute, leider auch bei uns in Südafrika.

Was aber nehmen wir mit als Auftrag an uns Christen für die Zukunft Südafrikas? Was bleibt unser Auftrag als Missionswerk? Paulus schreibt an Timotheus „So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß dies zu seiner Zeit gepredigt werde.” 1 Timotheus 2,1-6

Nkosi sikele Afrika! (Gott segne Afrika!)

Christoph Weber

Missionar Christoph Weber (Durban) ist Repräsentant der Lutherischen Kirchenmission in Südafrika

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