Die Reise beginnt

Zusammen mit dem Umzugsgepäck unseres neuen Missionars an der Universität Pretoria, Jacob Corzine, geht eine komplette “Altarausstattung” auf die Reise nach Südafrika.

Kiste mit Kruzifix

ganz links, die Kiste mit den Altargerätschaften für Umlazi

Ein Kruzifix, 2 Kerzenständer, Paramente, Taufschale und Abendmahlsgeräte aus der Gemeinde Hameln werden so in Zukunft die Gottesdienste in der Gemeinde Umlazi verschönen.

RZ

 

Neue Bretter, neuer Durchblick: Fassadenrenovierung am Missionshaus

Die Bausteinsammlung der SELK 2013 macht`s möglich: Am Mittwoch, dem 19. März rollten am Missionshaus die Lieferwagen eines Zimmereibetriebes und einer Fenster-Firma an. Während schon die alten Fenster im Gästeappartement ausgewechselt wurden, bauten die Zimmerleute ihr Gerüst vor der Fassade des Gästetraktes auf und begannen, die maroden Bretter der Fassadenverkleidung abzureißen.
In den nächsten Tagen sollen dort alle Fenster ersetzt und zugleich eine neue Verkleidung mit besserer Wärmedämmung angebaut werden. “Die Leute denken immer, dass die Fenster nicht geputzt wären, dabei sind sie nur blind”, beschrieb Hauswirtschafts-Chefin Heike Alms schon vor einiger Zeit die Lage, da die Fenster aus den 80er Jahren längst ihr Haltbarkeitsdatum überschritten hatten und der Austausch einzelner Scheiben nicht wirtschaftlich war. In einem Fall war sogar eine Scheibe gerissen. Nun also gibt es neue Fenster, die sowohl die Mitarbeiterinnen im Haus erfreuen als auch den Gästen wieder ungetrübten “Durchblick” verschaffen.
Die Baumaßnahme wurde möglich, da die Selbständige Evangelisch-lutherische Kirche (SELK) die alljährliche stattfindende “Bausteinsammlung” für das Jahr 2013 der LKM zugesprochen hatte. Die Fassadenrenovierung am Gästetrakt ist mit 25.000 Euro veranschlagt. Je nach Ertrag der Bausteinsammlung, der vermutlich erst im kommenden Jahr feststehen wird, sollen auch die Kapelle und der Küchentrakt eine Wärmedämmung erhalten. mb

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„Beinarbeit“ für die Mission – Missionskollegium der Lutherischen Kirchemission (LKM) tagte in Bleckmar

Zur „Beinarbeit“ – um die „Beine der Kirche fit zu halten“ ermunterte Sitzungspräses Hermann Borchers (Farven) die Mitglieder des Missionskollegiums, das am 12. und 13. März in Bergen-Bleckmar (Kreis Celle) seine Jahrestagung hielt. Borchers benannte es in seiner Begrüßung als wichtige Aufgabe, mit dieser „Beinarbeit“ die Anliegen der Mission in die Gemeinden hineinzutragen und die Mission im Gebet mitzutragen. Er betonte, dass gerade ein Wunder geschähe: Menschen aus dem Orient kämen in Deutschland zum Glauben – und auch immer wieder Menschen in Afrika.

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Missionsdirektor Zieger (l) und Sitzungspräses Hermann Borchers (vorn)

Missionsdirektor Roger Zieger nahm die Anwesenden in seinem Jahresbericht mit auf eine Reise durch die gesamten derzeitigen Aufgabenfelder der LKM und schloss mit drei Fragen, aus denen er Denkanstöße ableitete:

„1. Wie geht unsere Mission, wie unsere Kirche mit „Wachstumschancen“ um? – An mindestens drei Stellen erleben wir seit einiger Zeit ein explosionsartiges Wachstum unserer Arbeit unter Migranten. Die Missionare und Pastoren, die Gemeindeglieder sind nun mit Lebensgeschichten, Zukunftsperspektiven und Erwartungen konfrontiert, die manchmal schwer zu verarbeiten sind. Was ist machbar? Was wollen wir? Was ist unsere Mission? Die Arbeit mit Migranten ist eine Wachstumschance, keine Frage, aber was ist Wachstum? Sicher ist, dass Wachstum sich nicht auf die Gemeindestatistik beschränkt. Deutlich ist auch, dass unsere Mission, unsere Kirche und Gemeinden sehen müssen, für welche Aufgaben Gott sie zugerüstet hat.

2. Wo ist unser Platz in der Mission Gottes? Ist es nicht interessant, dass Migranten, junge, gut gebildete Menschen, eine Heimat in unseren doch eher traditionellen Gottesdiensten finden, die von manchen genetischen Lutheranern als Verstaubt gesehen werden? Ist es nicht paradox, dass wir mit soviel „Erfolg“ in Bereichen wie Asylrecht und Betreuung von Jugendlichen aus dem “Präkariat” arbeiten, für die wir eigentlich nicht ausgebildet sind, dass wir hier die Chance bekommen Christus in Wort und Tat zu bezeugen? Seltsam vielleicht, aber der Platz an den Gott uns gestellt hat. [ ... ] Wo ist unser Platz? Überall, wo Gott zu den Menschen kommen will: In Deutschland, in Afrika, überall.

3. Woher kommen die Mittel ihn einzunehmen? – Von Gott. Er hat uns an diesem Platz gestellt, er gibt uns die Mittel die wir brauchen: Menschen, Ideen, Mittel.“

(Der vollständige Bericht kann bei der LKM (05051-986911 / lkm[at]selk.de) angefordert werden.)Bild

Bischof Voigt (l) und andere interessierte Zuhörer

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Missionar Christoph Weber

Christoph Weber, Missionar und Repräsentant der LKM in Südafrika,a berichtete aus seiner Arbeit und präsentierte dem Missionskollegium eine Arbeit im Wandel. Durch Flüchtlings- und Wanderungsbewegungen innerhalb Afrikas seien nicht nur die traditionellen Volksgruppen Südafrikas im Fokus der Mission und der kirchlichen Zusammenarbeit, sondern beispielsweise auch Kongolesen und Äthiopier. Etwa 25.000 Angehörige der äthiopischen lutherischen Mekane-Yesus-Kirche lebten in Südafrika, die von einem Missionar aus Äthiopien gesammelt und in eine Assoziation zur Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA) geführt werden sollten. Zur Zeit habe Weber sogar – ungewohnterweise – einen Vikar aus Liberia, der besser Französisch als Zulu spreche.

Das Missionskollegium beschloss zwei Anträge, nach denen der Missionsdirektor wieder Sitz und Stimme sowohl im Kollegium der Superintendenten als auch auf der Kirchensynode erhalten solle.

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Gottesdienst

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oben: Festgottesdienst in der Kapelle, Missionsdirektor Zieger predigte; unten: Vortrag von Missionar Christian Tiedemann

Nach einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle des Missionshauses berichtete Missionar Christian Tiedemann am Abend von seiner Arbeit in der englischsprachigen Gemeinde „Our Saviour“ („Unser Retter“) in Wartburg (Südafrika), in der er seit 2008 tätig ist. Nach dem Ende seines Dienstes für die LKM zum 31.12.2014 plant die deutschsprachige „Muttergemeinde“ Kirchdorf, diese Arbeit mit einem noch zu berufenden zweiten Gemeindepfarrer fortzusetzen.

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Rechnungsführer Helmut Meyer stellte Bilanz und Haushaltsplan vor

Der zweite Sitzungstag stand im Zeichen der Bilanz 2013 und des Haushaltsplans 2014. Rechnungsführer Helmut Meyer stellte beide Zahlenwerke vor, die beide jeweils etwa 1,25 Millionen Euro auswiesen. Durch die Güte Gottes konnte der Haushalt des vergangenen Jahres mit einem leichten Überschuss von 2.000 Euro abeschlossen werden. Dafür musste sogar weniger aus dem Pensionsfonds entnommen werden als ursprünglich geplant. Meyer wies darauf hin, dass der Haushaltsplan 2014 nur zu erfüllen sei, wenn wieder ausreichend „Allgemeine Gaben“ eingingen. Deren Höhe schwankte aber in den vergangenen Jahren um bis zu 70.000 Euro pro Jahr, so dass eine präzise Planung schwierig sei.

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Superintendent Michael Voigt leitete die Sitzung am zweiten Tag.

Das Missionskollegium, das in der Regel einmal jährlich tagt, ist die Vereinsversammlung der LKM. Zu ihm gehören der Bischof der SELK, die Mitglieder der Missionsleitung (der Vorstand) sowie die Missionsbeauftragten und die Superintendenten der Kirchenbezirke der SELK. mb

“Kontinentalverschiebung des Glaubens” – Diskussion auf der Leipziger Buchmesse

Header VeranstaltungIm Rahmen von »Leipzig liest« veranstaltet die Edition Ruprecht, Partnerverlag der Selbständigen-Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), eine Diskussion zwischen Freddy Dutz, Leiterin des Pressereferats des Evangelischen Missionswerks in Deutschland (EMW) und Markus Nietzke – bis 2010 Missionsdirektor der Lutherischen Kirchenmission (LKM), jetzt Pastor der Kleinen Kreuzgemeinde Hermannsburg und der St. Johanisgemeinde Bleckmar. Die Moderation hat Friederike Ursprung von Radio PSR (Privater Sächsischer Rundfunk). In der Diskussion geht es um die Frage, warum 1910 66 % der Christen in Europa lebten, heute aber nur noch 26 %. Diskutiert wird dies auch vor dem Hintergrund des jüngst erschienenen Buches »Kontinentalverschiebung des Glaubens« des amerikanischen Theologen Lamin Sanneh. Die Veranstaltung findet am 14. März um 11.30 Uhr auf der »Leseinsel Religion« (Halle 3, Stand A 200) statt. Herzliche Einladung!

Nelson Mandela – ein Kommentar von Christoph Weber

Alle Medien sind heute voll von Kommentaren zum Tod von Nelson Mandela. Ich kann mich so spontan nicht an einen Artikel über Nelson Mandela zu seinen Lebzeiten im Missionsblatt erinnern. Das hat sicher unterschiedliche Gründe, aber es stimmt auch, dass „Madiba“ in den letzten Jahren ein Held für viele geworden ist. Er gilt als positives Gegenbeispiel für den jetztigen Präsidenten von Südafrika.

Aber Mandela war nicht immer der Held, auch gerade nicht in unsern „weißen“ Kreisen. Noch 1994, als ich als Theologiestudent mein Gemeindepraktikum in Südafrika absolvierte, wurde mein Mentor (Praktikantspastor) zu einer Bibelstunde eingeladen, um über die ganz konkrete Frage zu reden: „Dürfen wir Mandela umbringen, wenn er zum Präsidenten gewählt wird?” Für viele Leser in Deutschland, wird das wie eine Frage aus einer anderen Welt erscheinen. In Südafrika waren dagegen viele mit einem Schreckgespenst und Feindbild des Kommunismus groß geworden. Nelson Mandela war für viele ein Kommunist und daher Feind Gottes und Terrorist.

Der Pastor in der Bibelstunde damals sprach über Römer 13 und wie jede Regierung von Gott sei. Und (das wundert vielleicht wiederum einige Leser in Deutschland), das war selbstverständlich eine verbindliche Ansage! Man akzeptierte sie – wenn auch mit dem Kommentar „schade!“.

Am Abend der Wahl Mandelas zum Staatspräsidenten am 27 April 1994 bin ich wieder nach Deutschland geflogen, um mein Studium fortzusetzten. Als ich 1999 wieder nach Südafrika züruckkehrte, hatte sich natürlich viel geändert. Es gibt viele Berichte und Bilder von wegweisenden Handlungen und Zeichen, die Mandela in den Jahren setzte – für viele weiße Südafrikaner war das Rugby Trikot mit der Nummer 6 von Francois Pienaar, das Mandela bei der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 anzog ein besonderes Highlight. Es gibt darüber den Spielfilm „Invictus“. Ich war damals in Göttingen und habe das Spiel gegen die Neuseeländern gesehen und miterlebt. Es war schon etwas Besonderes!

Als Beispiel wie sich die Wahrnehmung von Mandela nach 1994 geändert hat, erinnere ich mich an den Kommentar eines Schulkinds damals, das relativ aufgeregt zu Hause erzählte, wie unglaublich ungerecht es gewesen sei, dass Mandela so lange im Gefängnis habe sitzen müssen. Die Eltern jedoch sahen das anders. Sie waren noch dran gewohnt, Mandela als „Terroristen“ zu sehen. Unsere Kinder lernen heute in der Schule viele Mandela-Zitate und er hat den Respekt und die Achtung von fast allen Südafrikanern gewonnen und verdient, weil er nicht nur auf Versöhnung geachtet hat, sondern weil er auch drauf bedacht war, alle mit zunehmen auf den gemeinsamen Weg. Für manche in Mandelas Partei, dem ANC, ist das auch der größte Fehler Mandelas: Er habe nicht radikal genug die Forderungen nach Veränderungen durchgesetzt, meinen sie. Vielleicht haben auch viele Weiße die Kompromisse Mandelas falsch verstanden, wenn sie meinten, dass nach dem Ende der Apartheid im Grunde alles so weiterlaufen könnte wie vorher. Er hat uns Südafrikanern zugemutet, jeweils in der Situation, in der wir standen, uns für das Gemeinwohl einzusetzten. Die Freiheit, auf die er selbst so lange verzichten musste und die wir heute haben, sie stellt uns vor eine enorme Verantwortung, nämlich, dass wir uns für andere einsetzen müssen.

Mandela war eine herausragende Persönlichkeit, ein Politiker und Staatsman mit Format. In der Hinsicht wird er wohl auch eine Aussnahme bleiben. Ich bin dankbar für seine politische Führung und sein Vorbild, das eindeutig vielen Südafrikanern auch in schweren Zeiten eine Perspektive und Mut gegeben hat. Ja, ich bin dankbar, daß Gott im Sinne von Römer 13 ihn dem südafrikanischem Volk anvertraut hat. Dass solche politischen Fähigkeiten keine Selbstverständlichkeit sind, sieht man an vielen Politikern heute, leider auch bei uns in Südafrika.

Was aber nehmen wir mit als Auftrag an uns Christen für die Zukunft Südafrikas? Was bleibt unser Auftrag als Missionswerk? Paulus schreibt an Timotheus „So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß dies zu seiner Zeit gepredigt werde.” 1 Timotheus 2,1-6

Nkosi sikele Afrika! (Gott segne Afrika!)

Christoph Weber

Missionar Christoph Weber (Durban) ist Repräsentant der Lutherischen Kirchenmission in Südafrika

“Ich habe acht Jahre Durst gehabt“

Er habe sich völlig von Religion abgewandt gehabt, berichtete der junge Perser. Mit dem Islam, wie er ihn in seiner Heimat erlebte, wollte er nichts mehr zu tun haben. Acht Jahre lebte er innerlich ohne Religion. Dann wurde er zu einer Bibelstunde eingeladen und nahm daran teil. Erst dort habe er dann gemerkt, dass er acht Jahre Durst gehabt habe und dass er diesen Durst hier stillen konnte. Das sei für ihn ein überwältigendes Erlebnis gewesen – und zugleich der Grund, warum er aus dem Iran fliehen musste.

Es sind verschiedene Gründe, die Iraner in ihrer Heimat dazu führen, sich vom Islam abzuwenden und einen Zugang zum christlichen Glauben zu finden. Manche finden ihn in Untergrundgemeinden im Iran, manche nach ihrer Flucht in Deutschland. Etwa 20 Flüchtlinge aus dem Iran waren mit Pastor Thomas Seifert (Braunschweig) am 14. Juli zum Missionsfest nach Bleckmar gekommen. In der Nachmittagsveranstaltung berichteten einige von ihnen von ihrem Weg zum Glauben an den dreieinigen Gott – und auch davon, was geschähe, wenn sie wieder in den Iran abgeschoben würden.

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Als „Überraschungsgeschenk“ an die Missionsfestgemeinde sangen einige der persischen Gäste gemeinsam zwei christliche Anbetungslieder in ihrer Muttersprache. Die Kommunikation mit den Gästen war ungewohnt: Was die Vortragenden erzählten, konnte von einem der Anwesenden auf Englisch übersetzt werden und wurde dann von Pastor Seifert auf Deutsch wiedergegeben. Seifert berichtete, dass es bereits in vielen Orten persische Flüchtlinge gebe und ermutigte die Gäste des Missionsfestes, jede Gelegenheit wahrzunehmen, sich um sie zu kümmern und sie zu sich nach Hause und in die eigene Gemeinde einzuladen.

Bereits der Vormittagsgottesdienst bot in diesem Jahr ein Ausnahme-Programm, wurde er doch von NDR info und WDR 5 als Radiogottesdienst übertragen. Dank der minutiösen Vorplanung durch Hanns Gnauk (Bleckmar) konnte das Gottesdienstprogramm zur Freude der Radio-Mitarbeiter und auch der anderen am Gottesdienst Beteiligten nach der „Probe“ am Sonnabend fast ohne Änderungen für den Sonntag übernommen werden. In seiner Predigt über Römer 3 stellte Missionsdirektor Zieger die Zusage in den Mittelpunkt: „Du bist Gott recht. Ohne Vorleistung, denn Christus hat dich Gott recht gemacht.“ Nur dadurch werde das menschliche Leben verwandelt und erneuert.

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Der Bläserkreis Berlin-Brandenburg und Dorothee Räbiger (Orgel) gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Die große Festgemeinde überraschte die Mitarbeiter des NDR durch ihren kräftigen und harmonischen Gesang.

Das Jahresfest der Lutherischen Kirchenmission („Bleckmarer Missionfest“) findet jährlich am zweiten Sonntag im Juli am Missionshaus statt und ist Anziehungspunkt für viele Freunde der Mission und Interessierte aus Nah und Fern, die diesen Tag zur 20130714_4331Begegnung, zum gemeinsamen Gottesdienst und zur Information über die Arbeit der Mission nutzen. Auch in diesem Jahr waren unter den Gästen wieder zahlreiche frühere und heutige Missionsmitarbeiter sowie teilweise weit her angereiste Gäste aus Deutschland sowie aus Südafrika und den USA.

(Martin Benhöfer)

14. Juli: Jahresfest der LKM in Bleckmar, diesmal mit Radiogottesdienst

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25.6.2013/lkm – Am 14.Juli um 10 Uhr werden nicht nur die nach Bleckmar angereisten Besucher Gelegenheit haben, am Vormittagsgottesdienst des Bleckmarer Missionsfestes teilzunehmen: Dieser wird gleichzeitig auch von NDR info und WDR 5 übertragen. Die Predigt hält Missionsdirektor Roger Zieger, es musiziert der „Bläserkreis Berlin-Brandenburg“ unter der Leitung von Rainer Köster. Die Orgel spielt Dorothee Räbiger aus Hermannsburg.

Das Bleckmarer Missionsfest wird traditionell gemeinsam ausgerichtet von der Lutherischen Kirchenmission (LKM) mit Sitz in Bleckmar und der direkt benachbarten St.-Johannisgemeinde Bleckmar; seit einigen Jahren auch unter Beteiligung der Kleinen Kreuzgemeinde Hermannsburg.

„Handeln aus Hoffnung“ steht seit einigen Jahren als Motto über der Missionsarbeit: Die Mission gibt in Wort und Tat das weiter, wovon sie selber lebt. Im südlichen Afrika fördert sie daher Projekte, die der Bekämpfung von Aids dienen und bezeugt den Betroffenen die Hoffnung, die über den Tod hinausreicht: Jesus Christus hat den Tod überwunden.

In Deutschland stellt sie sich der Herausforderung, die mit dem Zustrom von oftmals traumatisierten christlichen Flüchtlinge aus islamistischen Ländern einhergeht, besonders aus dem Iran. Sie gibt Hilfestellung beim Umgang mit deutschen Behörden, etwa bei Asylverfahren, sowie bei alltäglichen Problemen und sie fördert die Integration in bestehende Kirchengemeinden.

Dies wird auch Thema der Nachmittagsveranstaltung sein, die um 14 Uhr auf dem Freigelände am Missionshaus beginnt. Pastor Thomas Seifert aus Braunschweig, früher selbst Missionar der LKM in Botswana, wird über die Arbeit mit Flüchtlingen aus dem Iran in seiner Gemeinde berichten.

Wer am Radiogottesdienst in der Bleckmarer Kirche teilnehmen möchte, wird gebeten, bereits 20 Minuten vor Beginn in der Kirche zu sein. Für alle, die später kommen, gibt es eine Video-Übertragung in den großen Saal des Missionshauses.

Alle Gäste sind in der Mittagspause zum Essen eingeladen („so lange der Vorrat reicht …“) sowie zum abschließenden Kaffeetrinken nach der Nachmittagsfeier.

Eine Gemeinde an mehreren Orten – die Multi-Site-Kirche

 „Noch mehr Arbeit! Tja, wenn ich dafür nur Zeit hätte.“ Das mag manch ein Pastor denken, wenn er das Gelesene im Missionsblatt als Anforderung an seine Tätigkeit sieht. „Sollen wir das jetzt auch noch machen?“ Da sind die Berichte der Missionare, Projekte mit Kindern, Ausländern und Gefangenen, Ideen und Erfahrungen von den Kollegen aus dem Missionsfeld – und jetzt kommt noch ein Artikel über Gemeinde an verschiedenen Standorten.

Aber anstatt zum Arbeitspensum hinzuzufügen, könnte dieser Artikel verdeutlichen, dass so einiges an missionarischer Tätigkeit in den SELK-Gemeinden geschieht. Insofern gebe ich erstmal Entwarnung, und auch Mut weiterzumachen.

Multisite

Was ist Multi-Site Kirche?

Eine Multi-Site-Kirche ist eine Gemeinde, die sich an mehreren Standorten trifft. Das Konzept ist den meisten SELK-Gemeinden gar nicht unbekannt. Wir nennen das meistens Zweitgemeinde oder Predigtort. Darin bedienen wir oft eine vor Generationen gewachsene Gemeindestruktur.

Im Unterschied dazu werden in der Multi-Site Kirche solche Verhältnisse mit Absicht geschaffen: Gottesdienste werden an verschiedenen Orten angeboten. Es ist eine Art Gemeindepflanzung, aber eine, bei der die Setzlinge eng mit der Muttergemeinde verbunden bleiben.

Zweck und Ziel

Die Multi-Site Kirche ist nicht das einzige Mittel, aber es kann dabei helfen, dem Missionsauftrag Jesu von Matthäus 28 zu gehorchen und mehr Menschen zu erreichen. Anstelle zu warten, dass die Menschen in unser Kirchgebäude kommen, bringen wir die Kirche in ihre Nähe. Jesus sagte ja auch in Markus 16,15: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ Hingehen also, statt warten.

Mal ein Beispiel: In Brüssel feiern wir unsere Gottesdienste mit der englisch-sprachigen Gemeinde im Kirchgebäude der deutschen protestantischen Gemeinde. Dies liegt in einem Stadtteil von gehobenem Lebensstandart, fern von den sozialen Brennpunkten, die in anderen Stadtteilen herrschen. Deren Bewohner würden kaum unseren Stadtteil besuchen kommen. Da können wir lange warten. Deshalb planen wir, uns anderorts fortzupflanzen.

Ein neuer Standort hilft, andere Menschen zu erreichen und verhindert, dass sie dafür lange Wege zurücklegen und unbekannte Orte aufsuchen müssen. So bleibt die Kirche im sprichwörtlichen Dorf und die Menschen praktizieren ihren Glauben in der Gemeinschaft, mit der sie auch sonst ihr Leben teilen.

 Wie sieht eine Muli-Site Kirche aus?

Kirche an verschiedenen Standorten ist für die SELK nichts Neues. Damals hat der Pastor seine Predigt auf Schusters Rappen oder hoch zu Ross von einem Ort zum anderen gebracht. Heute geht das mit mehr Pferdestärken unter der Haube. Viele von den Multi-Site Kirchen benutzen andere Vehikel um die gute Botschaft an die verschiedenen Orten zu bringen: Die Übertragung der Predigt über Satellit auf mehrere Standorte gleichzeitig. Das ist zur Zeit noch die Minderheit, die den Worten eines auf die Leinwand projektierten Predigers lauscht. Es wird dann doch noch der Pastor aus Fleisch und Blut bevorzugt. Ich wette jedoch, dass es genug Menschen gibt, die eine Übertragung der Predigt per Satellit, etwa im Altenheim, begrüßen würden. Die Technik heutzutage birgt bisher unzählige und bezahlbare Möglichkeiten. Die Kirche hat sich schon immer die technischen Neuerungen zueigen gemacht, man denke allein an die Bedeutung der Druckpresse für die Reformation. Ich kann mir vorstellen, dass Sie damit ihren Pastor entlasten könnten, wenn Sie ihn per Satellit „einfliegen“ liessen.

Für einen zweiten oder dritten Campus (so der Name für die verschiedenen Standorte der Gemeinde) gibt es so viele verschiedene Modelle wie es Menschen gibt. Manche Kirchen behalten überall die selbe Gottesdienstordnung, andere erlauben Varianten, je nach Kontext und Zielgruppe des jeweiligen Standortes.

Manche kommen gleichzeitig an den verschiedenen Campus zusammen, andere bieten unterschiedliche Zeiten an. Zum Beispiel, anstelle zu einen „Jugendgottesdienst“ im selben Kirchgebäude einzuladen, verlegt man ihn an einen neuen Ort: in die Aula einer Schule, das Dorfgemeinschaftshaus, oder das alternative Jugendzentrum. Und anstelle gleichzeitig mit dem traditionellen Gottesdienst am Sonntag morgen zu beginnen, feiert man am Samstagabend oder am Sonntagnachmittag. Die Wahrscheinlichkeit, so Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, ist um ein vielfaches höher.

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, ein eingeschworenes Team für jeden Campus zu haben, dessen Mitarbeiter beten, planen, einladen und durchführen – und so zum Gelingen des Muli-Site-Projektes beitragen.

Wie auch immer sie geartet sind, über eins ist man sich einig: Alle Gottesdienste der Gemeinde sind allesamt gleichwertig.

Schlussstrich

Wie immer gibt es auch hier Vorteile und Nachteile. Gut ist, dass man eine neue Ausgangsbasis für die Verbreitung der Guten Nachricht gewinnt: Bei der Wahl eines neuen Standortes ist die geographische Lage einer der wichtigsten Faktoren. Negativ ist dagegen, wenn man zu viel auf  Technik etwa zur Predigtübertragung setzt: Wenn dann die Internetverbindung nicht aufgebaut werden kann, fühlt man sich schnell abgekapselt.

Wir sind in Brüssel noch nicht fertig auszudenken, was es heißt, Gemeinde Jesu Christi am Anfang des 21. Jahrhunderts zu sein. Wir bleiben flexibel und offen für Konzepte und Ideen aus aller Welt. Was wir uns wünschen, ist nur das eine: Den Willen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus zu tun, Menschen mit ihm bekannt zu machen und sie in seine Nachfolge zu rufen. Möge das an vielen Orten geschehen. Mulit-site eben.

Matthias Tepper, Brüssel

Zwei links – eine Beispielgemeinde und ein Informationsheft:

  • Eine lutherische Mulit-Site Gemeinde unserer amerikanischen Schwesterkirche LCMS, die St. Lukasgemeinde in Ann Arbor, Michigan: http://www.stlukeaa.org
  • Ein PDF-Dokument zum kostenlosen herunterladen

www.movements.eu

1 Missionar — 1 Marathon — Ziel: 1000 Euro — Christoph Weber läuft für die LKM

Zieleinlauf 2012; Mitte: Christoph Weber

Zieleinlauf 2012; Mitte: Christoph Weber

„Letztes Jahr habe ich es in 11 Stunden 15 Minuten geschafft und hoffe, es in diesem Jahr in unter 10 Stunden zu schaffen.“ Missionar Christoph Weber ist gut im Training. Er bereitet sich auf den „Comarades“-Marathon vor, der seit 1921 zwischen den südafrikaischen Städten Durban und Pietermaritzburg ausgetragen wird. 86,9 km beträgt die Strecke, 810 Meter der Höhenunterschied, aber durch das viele Bergauf und Bergab kommen etwa 3.000 Höhenmeter zusammen: Eine echte Herausforderung! 18.000 Teilnehmer sind in diesem Jahr angemeldet. Es ist der traditionsreichste „Ultra-Marathon“ der Welt. Das Fernsehen in Südafrika überträgt ihn in voller Länge. Am Sonntag, den 2. Juni um 5.30 Uhr ertönt der Startpfiff.

Aber Missionar Weber möchte nicht „nur laufen“, sondern in diesem Jahr für einen guten Zweck an den Start gehen, nämlich für seine missionarische Arbeit in Südafrika. Dafür sucht er Sponsoren, die seine Laufstrecke unterstützen: 1000 Euro sind das Ziel.

Wer macht mit? Wer sponsert einen oder mehrere Kilometer zum „Stückpreis“ von 12 Euro? Es geht ganz einfach: Auf der LKM-Webseite steht ein Sparschwein. Wer es anklickt, kann sich sofort seine(n) Kilometer sichern!

Wie viele Kilometer schon vergeben sind, wird regelmäßig hier veröffentlicht:

Vergebene Kilometer (Stand 3. Juni 9 Uhr): 89
Damit wurde das Sponsoren-Ziel erreicht! Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!
(Christoph Weber lief die Strecke wieder in 11 Stunden und 15 Minuten, denn es war so heiß, dass es wirklich nicht schneller ging!)

Fotos vom Comrades-Lauf 2012:
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(Fotos: C. Weber)

Predigt zur Trauerfeier für Missionar i. R. Dr. Friedrich Dierks

Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. 1. Kor. 8,9

Liebe Angehörige, bes. liebe Hanna und Kinder, liebe Mittrauende!

Es ist schon lange her, dass Friedrich mich bat, die Predigt bei seiner Beerdigung zu halten. Vielleicht, weil ich damals sein Gemeindepastor war, weil wir uns recht gut verstanden. Aber ich denke, was uns am meisten verbunden hat, war die offene und freie Freude am Evangelium: dieser Reichtum, der uns geschenkt ist durch Christus. Es gibt einen Reichtum für die Armut unserer Herzen, das ist die Botschaft vom Armutsweg Christi für uns durch Leiden und Sterben zur Herrlichkeit.

Mit dem Bibelwort, das Friedrich für seine Bestattung aufgegeben hat, ist Missionar Dierks damals nach Afrika gegangen. Wie diese Botschaft ihn begleitet hat, will ich versuchen an drei Begegnungen mit ihm zu predigen. Viele von Euch könnten sicher weit mehr sagen.

- Meine erste Begegnung mit Friedrich war in Groß-Oesingen. Wir hielten eine Kinderwoche mit dem Thema Mission. Mit den Kindern spazierten wir nach Klein-Oesingen zu seinem Elternhaus. Dort unterm Schirm wartete Missionar Dierks auf uns. In seiner freundlichen Art erzählte er den Kindern von Afrika, vom Leben der Eingeborenen und ihrer Kultur. Doch vor allem hörten wir von dem Heiland, den er bringen durfte. Mir wurde damals etwas deutlich: Seine Botschaft: Christi Armut – Reichtum für die Heiden sollte nicht armen Heiden den Reichtum europäischen Geisteslebens bringen, sondern armen Sündern den Reichtum der Gnade in ihre Lebenswelt tragen.

Missionar Dierks der mit seiner lieben Frau, wie man ihn zuerst nannte: unter den Ruinen lebte, versuchte – selbst in eigenen ärmlichen Verhältnissen – mit Wort und Tat etwas von der reichen Liebe Christi weiter zu geben.

Ein Beispiel, das er später selbst erzählte, mag mehr reden als viele Gedenkworte. Ein junger Schwarzer fand zurück zum Glauben:

“Als er noch zu Hause war, hatte er erlebt, dass der damals noch junge weiße Missionar Dierks zu seiner Großmutter gerufen wurde und mit ihr gebetet hatte. Aber danach war etwas geschehen, was sich ihm unvergesslich einprägte: Weil die alte Frau ins Hospital gebracht werden musste, nahm der junge Weiße die schwarze Großmutter auf seine Arme, trug sie selbst in sein Auto und fuhr sie zum Hospital, – weiter nichts. Aber dass dies ein junger weißer Mann für seine arme schwarze Großmutter tat, das hatte dem Enkel etwas gezeigt von der Liebe und Barmherzigkeit Jesus.” – Mag uns der Reichtum der Liebe Christi hier an seinem Sarg wieder rufen: Bleibt in Wort und Tat Botschafter der guten Nachricht, über der inneren und äußeren Armut unserer Mitmenschen!

- Die zweite Begegnung liegt viel später. Friedrich war nach schwerer Herzoperation in Bremen geistig sehr geschwächt, sehr vieles war aus seinem Gedächtnis wie ausgelöscht. So musste er noch längere Zeit in einer entsprechenden Krankenstation verbringen. Ich besuchte ihn dort. Liebevoll fragte er immer wieder: „Wie geht es dir und deiner Familie?“ Viel weiter kamen wir im Gespräch nicht. Zum Schluss betete ich bekannte Worte aus dem 31. Psalm: HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.

Ergriffen und sehr erstaunt schaute er mich an: „Das kannte ich überhaupt noch nicht. Wo steht denn das? Ich möchte es gern nachlesen.“

Betroffen verließ ich das Krankenhaus. Wie arm kann unser Leben werden, sodass alle verloren geht. Und trotzdem ist es die reiche Botschaft Gottes, die uns wieder neu bewegen kann.

Die Gnade unserer Herrn Jesus Christus war nicht nur etwas, was er verkündigen durfte. Sie war das, was auch seine innere Armut wieder neu reich machen durfte, und das nicht nur in seiner Krankheit sondern auch im angefochtenen, belasteten Alltag seinen Lebens.

Möge das auch uns hier trösten, dass die Botschaft Christi auch unserer Dunkelheiten durchdringt: Auch über unserer Trauer, auch unserer Schwachheit, Verlorenheit, Versagen und Schuld steht: In deine Hände befehle mich meinen Geist, du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. – Solch ein Gebet wünsche auch gerade Dir weiterhin, liebe Hanna, die du so viele leichte und schwere Wege mit Friedrich gegangen bist.

Meine dritte Begegnung: Die Angehörigen eines guter Freundes und Mitmissionars, der allerdings nicht der SELK angehörte, baten Friedrich um die Beerdigungspredigt. Friedrich war unsicher. Er fragte mich, ob er es tun dürfe und solle. Ich machte ihm fröhlichen Mut dazu: Es geht doch auch dort um die frohe Botschaft von der Auferstehung.

Er entschloss sich, ja zu sagen und bat mich um einen Tipp für die Ansprache. Ich gab ihm die folgende Geschichte mit, die er dann verwertete: - Ein Missionar in Neuguinea suchte lange Zeit vergeblich nach einer passenden Übersetzung des Wortes HOFFNUNG. Man übersetzte es zunächst mit WARTEN, war sich aber bewusst, wie wenig damit ausgedrückt wurde.  – Im Jahr 1909 musste er drei Kinder in Deutschland zurücklassen. In Neuguinea wurde der Missionarsfamilie ein Söhnchen geschenkt. Die Freude war groß. Doch als das Kind kaum ein Jahr alt war, wurde es todkrank und starb. – Der Missionar erzählt:  “Wie ich am nächsten Vormittag den Sarg zimmerte und Tränen flossen, beobachtete mich aufmerksam ein Eingeborener. Endlich fing er teilnahmsvoll an:

 ‘Dein Sohn ist tot, werdet ihr jetzt weggehen?’ -  ‘Nein!’

 ‘Aber ihr werdet auch sterben, und was machen dann eure Kinder?’

 ‘Die sind in Gottes Hand.’

 ‘O, Herr, sagte der Eingeborene -und eine Träne glänzte in seinem dunklen Auge-, was seid ihr Jesus-Leute für Menschen! Ihr habt andere Herzen als wir. Aber nicht wahr – Ihr könnt durch den Horizon sehen?’

 ‘Ja, sagte ich, ‘mein Freund, das können wir: Wir sehen durch den Horizont in den Himmel hinein.’ – Da ging es mir durch den Sinn: Das gibt ein schönes Wort für HOFFNUNG! -

Wir dürfen heute hier am Sarg von Dr. Friedrich Dierks dankbar gegen Gott zurückschauen an den Reichtum seines Lebens und Wirkens, mit dem Gottes Liebe sein Leben erfüllt hat und Euch, seine Familie, beschenkt hat.

Wir dürfen heute mit ihm auch seine Armut bekennen, die auch sein Leben belastet hat, sein Versagen, seine Schwächen, sein Misslingen. Doch das wird überstrahlt und bedeckt von der Armut Christi am Kreuz, die Friedirch Dierks Leben immer wieder reich werden ließ in Gottes Wort, in Beichte und Abendmahl.

Doch größer als alles Gedenken auch an den wissenschaftlichen, sprachbegabten und heimatverbundenen Dr. Friedrich Dierks bleibt uns heute über allem Rückblicken und Trauern dieses Wort für HOFFNUNG.

Fröhlich weitet sich unser Blick hin zu dem Reichtum, den Friedrich jetzt hat. Wir schauen gläubig-dankbar durch den Horizont des Todes auf den Reichtum des Himmels, den Christi Armut ihm jetzt endgültig schenkt.

Uns möchte für unsern Lebensweg bleiben, was Dr. Friedrich Dierks nun in die Ewigkeit leiten darf:  Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.  Amen

Pfarrer i.R. Matthias Griesheimer

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